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Erste Schritte im GESTIS-Stoffenmanager

 

Wenn Sie den GESTIS-Stoffenmanager zum ersten Mal nutzen, oder sich einen Überblick über die Vorgehensweise bei der Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen im GESTIS-Stoffenmanager verschaffen möchten, finden Sie auf dieser Seite einen kurzen Leitfaden zur Nutzung der Software.

GESTIS-Stoffenmanager unterstützt Unternehmen bei der Gefährdungsbeurteilung der inhalativen und dermalen Exposition von Beschäftigten bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen. Er kann nach der TRGS 400 Abschnitt 5.1 Informationsquellen: "zur Ermittlung von tätigkeitsspezifischen Gefährdungen und daraus resultierender Schutzmaßnahmen" herangezogen werden. Zusätzlich kann ein Gefahrstoffverzeichnis, wie in GefStoffV §6 gefordert, erstellt werden. Außerdem ist GESTIS-Stoffenmanager ein Instrument zur nichtmesstechnischen quantitativen Abschätzung der inhalativen Exposition wie in der TRGS 402 gefordert.

 

Die zwei Module des GESTIS-Stoffenmanager

  • "Gefährdungen ermitteln und reduzieren"
    • Informationsquelle zur Gefährdungsbeurteilung der inhalativen und dermalen Exposition von Beschäftigten bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen nach TRGS 400.
    • Ermittlung und Priorisierung gefahrstoffbedingter Gesundheitsgefährdungen mit Hilfe eines Control Banding-Ansatzes.
    • Festlegung wirksamer Schutzmaßnahmen zur Minderung ermittelter Gefährdungen.
    • Einstieg in die Gefährdungsbeurteilung insbesondere bei Stoffen, für die keine Grenzwerte vorliegen.
  • "Quantitative Expositionsabschätzung"
    • Instrument zur nichtmesstechnischen quantitativen Abschätzung der inhalativen Exposition in mg/m³ nach TRGS 402.
    • Möglichkeit des Vergleichs mit AGWs aus der TRGS 900.

 

Vorgehen bei der Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung

  1. Ermitteln Sie das Produkts mit dem die Tätigkeit durchgeführt wird.
    • Für die Beurteilung flüssiger oder staubender Produkte wird ein aktuelles Sicherheitsdatenblatt (SDB) mit der Kennzeichnung des Produktes benötigt. Für die Abschätzung der Expositionshöhe gegenübert Staub bei spanenden Tätigkeiten mit Holz oder Stein wird kein SDB benötigt.
    • Der Vergleich des Ergebnisses für die einatembare Staubfraktion (E-Staub) bei diesen Tätigkeiten mit dem AGW für die allgemeine Staubfraktion ist allerdings nur zulässig, falls es sich um ungefährliche Stäube handelt (z.B. kein Hartholzstaub, kein Quarzstaub).
  2. Ermittleln Sie die Tätigkeit sowie die Arbeitsumgebung, in der die Tätigkeit durchgeführt wird. Eine möglichst genaue Beschreibung der vorhandenen Arbeitsbedingungen ist für die korrekte Ermittlung der Gefährdung oder der inhalativen Exposition notwendig.
  3. Definieren Sie das verwendete Produkt über die Funktion "Basisdaten - Produkte - neues Produkt". Die für die Definition eines Produktes notwendigen Informationen können Sie in den in der Eingabemaske für neue Produkte angegebenen Abschnitten des SDBs entnehmen.
  4. Falls Sie eine quantitative Abschätzung der inhalativen Exposition in mg/m³ durchführen möchten, definieren Sie die Inhaltsstoffe, die im SDB des Produkts angegeben wurden über die Funktion "Basisdaten - Inhaltsstoffe - neuen Inhaltsstoff". Die notwendigen Informationen über Dampfdruck oder Grenzwert können Sie zum Beispiel der GESTIS-Stoffdatenbank entnehmen. Die Möglichkeit neue Inhaltsstoffe zu definieren finden Sie auch auf der Eingabemaske für neue Produkte.
  5. Führen Sie nun entweder die Gefährdungsbeurteilung im Modul "Gefährdungen ermitteln und reduzieren" über den Menüpunkt "Inhalative Exposition - Gefährdungsbeurteilung - neue Gefährdungsbeurteilung", oder die Abschätzung der inhalativen Exposition im Modul "Quantitative Expositionsabschätzung" über den Menüpunkt "Gefährdungsbeurteilung - Quantitative Expositionsabschätzung - neue Gefährdungsbeurteilung",  durch. Sie werden in mehreren Schritten zu dem verwendeten Produkt sowie zur Tätigkeit und der Arbeitsumgebung befragt.
  6. Im letzten Schritt der Gefährdungsbeurteilung/Expositionsabschätzung erhalten Sie das Ergebnis.
    • Im Fall des Moduls "Gefährdungen ermitteln und reduzieren" sehen Sie das Ergebnis des Control Bandings. Die römischen Ziffern I, II oder III geben die Gefährdungskategorie oder Prioritätsstufe an. I, II entsprechen der 1. bzw. 2. Priorität, die Expositionssituation an diesem Arbeitsplatz zu verbessern. Die Gefährdungskategorie III stellt die 3. Priorität für Verbesserungen oder weitere Ermittlungen dar.
    • Im Fall des Moduls "quantitative Expositionsabschätzung" sehen Sie direkt die Abschätzung in mg/m³ für das 90. Perzentil der Expositionsverteilung. Für flüssige Produkte wird das 90. Perzentil für alle Inhaltsstoffe abgeschätzt. Für Tätigkeiten mit Feststoffen wird das 90. Perzentil der einatembaren Staubfraktion ausgegeben. Dieser Wert kann als Abschätzung für einen ungünstigen, aber realistischen Fall der Exposition mit den Gefahrstoffen herangezogen und mit dem AGW verglichen werden.
  7. Die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilungen/Expositionsabschätzungen können über den Menüpunkt "Berichte" als Word Dokumente exportiert werden. Dies ermöglicht Ihnen die Erfüllung der Dokumentationspflicht für die Gefährdungsbeurteilung.
  8. Falls die Gefährdungsbeurteilung eine Gefährdung der Beschäftigten ergeben hat, können Sie über die Funktion "Expositionsminderung" geeignete Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten nach dem STOP-Prinzip auswählen und ihre Wirksamkeit überprüfen. Wählen Sie hierzu den entsprechenden Menüpunkt im Menü "Inhalative Exposition" oder "Hautkontakt" aus. Nach Auswahl einer der vorgeschlagenenen Maßnahmen können Sie - im Fall der inhalativen Exposition - direkt deren Auswirkung auf die Gefährdungskategorie ablesen. 
    Falls eine Expositionsabschätzung eine mögliche Grenzwertüberschreitung ergeben hat können sie im Modul "Quantitative Expositionsabschätzung" im Menü "Expositionsminderung " analog zum Modul "Gefährdungen ermitteln und reduzieren" geeignete Schutzmaßnahmen zur Reduktion der Expositionshöhe auswählen. Auch hier können Sie die Auswirkung auf die abgeschätzte Expositionshöhe direkt nach der Auswahl ablesen.
  9. Wenn Sie sich für die Umsetzung einer der ermittelten Minderungsmaßnahmen entscheiden, können Sie diese in einen Maßnahmenkatalog exportieren. Der  Maßnahmenkatalog beinhaltet die von Ihnen gewählten Maßnahmen sowie die Auswirkungen auf die Expositionssituation. Der Katalog kann zur Umsetzung in der betrieblichen Praxis nach Excel exportiert werden.