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GESTIS-Stoffmanager Version 7 - Neues GHS Hazard-Banding und Gefahrstoffverzeichnis

Seit Anfang Mai 2017 steht der GESTIS-Stoffmanager/Stoffenmanager® in der neuen Version 7 zur Verfügung. Version 7 beinhaltet zahlreiche neue Funktionen sowie Anpassungen, Änderungen und Verbesserungen der Gefährdungsbeurteilung und der Möglichkeit des Gefahrstoffmanagements mit dem GESTIS-Stoffmanager/Stoffenmanager®.

Neues, an das GHS angepasstes Hazard-Banding Schema

Das Hazard-Banding Schema im Modul „Gefährdungen ermitteln und reduzieren“ wurde an die Einstufungen nach dem UN Globally Harmonised System (GHS) mit H-Sätzen angepasst. Abgestuft nach den Gefährlichkeitsmerkmalen aus den H-Sätzen des Produkts wird eine Gefährlichkeitskategorie (A bis E) zugewiesen (vgl. Tabelle 1).

Tabelle 1: Nach der Schwere der Gefährdung abgestufte Zuordnung der Gefährlichkeitskategorien (Hazard-Bands) A bis E zu den verschiedenen Gefährlichkeitsmerkmalen aus dem GHS.

Band

Schwere

Beispiele

n.a.

nicht anwendbar

  • Physikalisch-chemische Gefahren (H2xx)
  • Umweltgefahren (H4xx)
  • Extrem verdünnte Produkte

A

niedrig

  • Aspirationsgefahr

B

mittel

  • Gesundheitsschädlich, STOT SE 2,
  • reizende Stoffe

C

hoch

  • Giftig, STOT SE 1, STOT RE 2
  • Ätzende Substanzen,
  • Verdacht auf Reproduktionstoxizität,

D

sehr hoch

  • Lebensgefährlich, STOT RE 1,
  • Allergene, Reprotoxine
  • Verdacht auf Karzinogenität und Mutagenität

E

extrem hoch

  • Karzinogenität und Mutagenität
  • Akut Toxisch Kategorie 1 Stoffe

Die bisherige Zuweisung auf Grundlage der R-Sätze geschah nach dem Schema der britischen COSHH Essentials. Das neue Schema ist speziell an GHS/CLP angepasst. Die Grundlagen dieses neuen Hazard-Banding Ansatz sind in dem Artikel “Hazard banding in compliance with the new Globally Harmonised System (GHS) for use in control banding tools”[1] beschrieben.

Durch die, nach der Schwere der Gefährdung abgestuften Zuordnung der Gefährlichkeitskategorien, wird das Prinzip der Substitution gefährlicher Chemikalien durch weniger gefährliche vom GESTIS-Stoffmanager/Stoffenmanager® unterstützt.

Das neue Schema ermöglicht eine expositionspfadspezifische Zuweisung der Gefährlichkeitskategorie für Gefährdungen bei inhalativer Exposition, bei Hautkontakt (lokale Schäden und Schäden nach Resorption durch die Haut) und bei Augenkontakt (vgl. Abbildung 1). Dieses Vorgehen ermöglicht expositionspfadspezifische Hinweise für Schutzmaßnahmen.

                  

Abbildung 1: Ermittlung und Darstellung der expositionspfadspezifischen Gefährlichkeitskategorien aus den H-Sätzen eines Produkts im GESTIS-Stoffmanager/Stoffenmanager®.

 

Gefährdungsbeurteilung bei Augenkontakt und passenden Augenschutzmaßnahmen

Mit dem neuen Hazard-Banding Schema wurde, zum ersten mal in einem Control-Banding Tool, eine neue Gefährlichkeitskategorie für die Gefährdung bei Augenkontakt eingeführt. Mit ihrer Hilfe können im GESTIS-Stoffmanager/Stoffenmanager® von den H-Sätzen direkt passenden Augenschutzmaßnahmen abgeleitet werden. Diese werden zusammen mit dem Ergebnis der inhalativen oder dermalen Gefährdungsbeurteilung ausgewiesen (vgl. Abbildung 2).

Abbildung 2: Darstellung des Ergebnisses der inhalativen Risikopriorisierung im GESTIS-Stoffmanager/Stoffenmanager® incl. der empfohlenen Augenschutzmaßnahmen und den Warnungen vor weiteren Gefahren.

 

Warnungen vor physikalisch-/chemischen Gefahren und Umweltgefahren

Der GESTIS-Stoffmanager/Stoffenmanager® leitet in der neuen Version 7 zusätzliche Warnungen vor physikalisch-/chemischen Gefahren (z. B. Brand-, Explosionsgefahr) und Umweltgefahren aus den H-Sätzen der Produkte ab. Diese werden ebenfalls zusammen mit dem Ergebnis der inhalativen oder dermalen Gefährdungsbeurteilung ausgewiesen (vgl. Abbildung 2).

 

Anpassung des Gefahrstoffverzeichnisses an die Gefahrstoffverordnung

Das Gefahrstoffverzeichnis, das mit dem GESTIS-Stoffmanager/Stoffenmanager® erstellt werden kann, wurde an die Anforderungen aus der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) angepasst. Mit Version 7 des GESTIS-Stoffmanager/Stoffenmanager® kann mit den eingegebenen Produktdaten ein Gefahrstoffverzeichnis nach GefStoffV erstellt werden (vgl. Abbildung 3). Dieses lässt sich nach Excel exportieren.

Abbildung 3: Ausschnitt aus dem Gefahrstoffverzeichnis nach GefStoffV im GESTIS-Stoffmanager/Stoffenmanager®

 

Weitere Neuerungen

  • Sicherheitsdatenblätter können im pdf-Format zu jedem Produkt in jeder verfügbaren Sprache im GESTIS-Stoffmanager/Stoffenmanager® hochgeladen und gespeichert werden.

  • Die Abbildung der eigenen Firmenstruktur in einer Baumstruktur aus Zweigstellen, Abteilungen und Arbeitsbereichen wurde deutlich erweitert und kann jetzt intuitiv mit der Maus erstellt und bearbeitet werden.

  • Die Übersicht über die verwendeten Produkte und die Liste der CMR Produkte kann seit Version 7 detailliert gefiltert werden.

 

 

Literatur

[1]  Arnone, M.; Koppisch, D.; Smola, T.; Gabriel, S.; Verbist, K.; Visser, R.: Hazard banding in compliance with the new Globally Harmonised System (GHS) for use in control banding tools. Regulatory toxicology and pharmacology: 73 (2015) Nr. 1, S. 287-95

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